Was ist eigentlich Ramadan für mich?

Die wohl schönste Zeit in meinem Leben.
Die wunderbaren Wochen des Monats Ramadan.

Ramadan ist der Fastenmonat der Muslime und eine der fünf Säulen des Islams.
Das Fasten beginnt mit der Dämmerung und wird dann zum Sonnenuntergang gebrochen.
Während dieser Zeit ist das Essen und Trinken, das Rauchen und der Geschlechtsverkehr nicht gestattet. Außerdem wird vom Fastenden erwartet, dass dieser sich disziplinarisch an die Verhaltensregeln des Islams hält.
Ein Missachten dieser, kann das Fasten brechen.
Muss jeder Muslim fasten?
Jaein.
Kinder sind von Fasten ausgeschlossen. Genauso schwangere Frauen, stillende Mütter und Kranke.
Zudem entscheidet jeder Reisende selbst, ob er während der Reise fasten oder diese Fastentage verschieben möchte.
Der Sinn hinter dem Fasten ist die Beherrschung über den Hunger und Durst, der sexuellen Lust und das Kontrollieren und Reflektieren des eigenen Verhaltens.

Ich liebe den Monat Ramadan vor allem für seine Großzügigkeit.
Muslime sind vor allem während der Fastenzeit herzlicher was das Spenden angeht.
Ich selbst erinnere mich an Momente, die mich mit ganz viel Liebe und Glück erfüllen.
Beispielsweise wenn ich vor dem Sonnenuntergang in der Moschee betete und dann von einer mir fremden Person zum Fastenbrechen eingeladen wurde, ich diese Einladung dankend annahm und wir gemeinsam ein unvergessliches, bescheidenes Essen teilten.
Was in Deinen Ohren jetzt merkwürdig klingen mag, ist die Norm im Ramadan.
Die Menschen, die ich heute als meine liebsten Freunde zähle, habe ich auf diese Art und Weise kennengelernt.
Man sagt, dass das Spenden während der Ramadanzeit den Besitz reinigt, was natürlich viele Muslime dazu bewegt ihre Pflichtabgaben während dieser Zeit zu tätigen.
Ich persönlich finde es schön, wenn die Bedürftigen ihre Geschenke und die Spenden noch vor Ende des Monats Ramadan erhalten.
So haben alle die Möglichkeit sich auf das Fest zum Ende von Ramadan vorzubereiten.
Der Gedanke, dass Ramadan uns die wahre Bedeutung einer Gemeinschaft leben lässt, ist unbezahlbar.
Der Monat Ramadan ist voller Segen für die Community.
Ich liebe es abends nach dem Essen mit der Gemeinde zusammen kommen zu können und Fuß an Fuß und Schulter an Schulter beten zu dürfen.
Oft musste mir eine herzliche Schwester die Tränen wischen, weil ich emotional so bewegt war, wenn der Rezitator hingebungsvolle Verse aus dem Koran rezitiert hatte.
Es sind diese Momente, die diese Zeit der absoluten Spiritualität so unvergesslich gestalten.

Im Ramadan bekommt das Thema Zeit eine ganz andere Bedeutung für mich.
Manch einer mag meinen, dass der Tag sicherlich super lang erscheint, wenn man auf das Essen und Trinken verzichten muss.
Als ich mich mit der Wichtigkeit der Zeit befasst habe, hat der Begriff Achtsamkeit für mich ganz neue Dimensionen angenommen.
Jeder Moment ist mir wichtig und ich möchte jeden Augenblick ausnutzen.
Während ich aufräume einen Online-Vortrag hören, beim Warten an der Bushaltestelle über Gott und die Welt nachdenken. Selbst das Spielen mit meinem Kind hat für mich einen ganz anderen Wert während der Fastenzeit.
Viele Mütter glauben, dass die Zeit im Spielzimmer oder in der Sandkiste sie vom Gottesdienst abhalten würde.
In meinem Verständnis vom Islam ist das aufmerksame und achtsame Spielen mit meinem Kind eine der wunderschönsten Gottesdienste.
Meine Absicht ist, dass ich durch meine Barmherzigkeit meinem Kind gegenüber die Liebe zum Schöpfer in ihn pflanze ohne ihm direkt eine Predigt halten zu müssen.
Wie mit allen Dingen im Leben, geht es auch im Ramadan um das „wie“!

WIE NUTZE ICH MEINE ZEIT?

BIN ICH ACHTSAM?
WIDME ICH DEM AUGENBLICK GENUG AUFMERKSAMKEIT ODER LEBE ICH IN GEDANKEN BEIM FASTENBRECHEN?

Ich möchte nicht zu denen zählen, die im Ramadan nur hungern.

Kommen wir zum letzten Punkt, der Ramadan zu einem wunderbaren Monat für mich macht.
Der Koran.
Das heilige Buch der Muslime.
Im Ramadan wurde es auf den Propheten Mohammed gesandt.
Die Muslime versuchen im Ramadan viel und intensiv Zeit mit dem Wort Gottes zu verbringen.
Das heißt, dass wir mehr im Koran lesen, als an anderen Tagen.
Ich nehme mir gerne jeden Ramadan eine besondere Stelle aus dem Koran vor, die ich konsumiere.
Ich lese und höre sie, studiere ihre Bedeutung, versuche sie in mein Alltag einzubinden und lerne sie schlussendlich auswendig.
Das schenkt mir Frieden.
Ich fühle mich befreit von den Sorgen der Welt.
Für den Moment zumindest.
Ich vertraue darauf, dass alles gut wird.
Dass die Liebe stärker ist.
Vor allem jetzt in einer Zeit, in der ich fast täglich dem Hass von Fremden ausgesetzt bin, schenken mir die Worte Gottes innere Ruhe und stärken mich.

Ich bin grenzenlos dankbar für die Möglichkeit mich auf den Ramadan vorbereiten zu dürfen und sehne mich danach diese spirituelle Zeit auch dieses Jahr wieder erleben zu dürfen.

Ich hoffe ich konnte Dir kurz und knapp erklären was die Definition von Ramadan ist. Wenn Du noch Fragen hast oder etwas unklar ist, dann kannst Du mich jederzeit anschreiben.
Ich freue mich auf den Austausch mit Dir.
Alles Liebe,
Nesrin.

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